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Rubrik: Medienmitteilungen

Kurpark und Pavillon

Der Gemeinderat hat die bestehende Nutzungsverordnung für den Kurpark aus dem Jahr 2010 angepasst. Im Kurpark sind nach wie vor öffentliche Veranstaltungen der Gemeinde und Vereine und von privaten Anbietern mit Bewilligung des Gemeinderats zugelassen. Der Aufenthalt zu Badezwecken wird unter bestimmten Vorgaben ermöglicht. Nicht zugelassen sind hingegen Ball- und Wurfspiele sowie das Grillieren oder Campieren. Die Organisationen und Benützer des Kurparks sind dafür verantwortlich, dass die Nachtruhezeiten verbindlich eingehalten werden. Die überarbeitete Nutzungsverordnung tritt am 1. Juni 2019 in Kraft.

Schliessung Strandbad nach Felsabbruch im 1986

Nach dem Abbruch des „Silvester-Lochs“ vom 31. Dezember 1986 im Gebiet Gafelfels musste das allseits beliebte und weitherum bekannte Strandbad mit dem schönsten Sonnenuntergang direkt am See geschlossen werden. Ein einschneidender Verlust für das ganze Dorf. Es mussten zwei Schutzdämme gebaut werden, zusätzlich wurden vom Kanton Hochenergienetze und ein Felsüberwachungssystem installiert. Es wurden verschiedene Anstrengungen unternommen und Abklärungen getroffen, das Strandbad wieder öffentlich in Betrieb nehmen zu können, leider ohne Erfolg. Das Grundstück mit dem Strandbad befindet sich im Eigentum der Korporationsgemeinde Vitznau und kann heute nur auf eigene Verantwortung und Gefahr betreten werden (höchste Gefährdungszone).

Ruf nach Ersatzbademöglichkeit

Es überrascht nicht, wenn das Anliegen nach einer geeigneten Bademöglichkeit direkt am See regelmässig beim Gemeinderat postuliert wird. Gemäss Bevölkerungsbefragung vom April 2015, der Konferenz mit der Bevölkerung „Vitznau – Wohin?“ vom Juni 2015 und zuletzt beim Workshop vom 18. Mai 2019 für das neue Siedlungsleitbild wird im Freizeitangebot eine offizielle Badeanlage besonders stark vermisst.

Überarbeitete Nutzungsverordnung für den Kurpark

Der Gemeinderat hat die bestehende Nutzungsverordnung an seinen Sitzungen vom 16. April und 14. Mai 2019 eingehend beraten und punktuelle Anpassungen vorgenommen. Mit der revidierten Nutzungsverordnung werden die Nutzung, der Betrieb und Unterhalt aller Bauten und Anlagen des Kurparks geregelt. Der Aufenthalt zu Badezwecken im Kurpark (und auch in der Wehri) wird ermöglicht, für weitere öffentliche oder private Veranstaltungen verlangt der Gemeinderat ein Gesuch und kann die Bewilligung mit den erforderlichen Auflagen verknüpfen. Nicht zugelassen sind das Übernachten, Campieren, Feuern oder Grillieren, jegliche Ball- und Wurfspiele, die Durchführung von grösseren Picknicks oder das Platzieren von Liegestühlen oder der Campingausrüstung. In der revidierten Nutzungsverordnung werden auch die Gebühren für die Nutzung der öffentlichen Anlagen geregelt. Die bestehenden Signalisationstafeln werden durch neue ersetzt.

Die Aufsicht und Kontrolle obliegen dem Gemeinderat. Dieser kann die Kontrolle einer Organisation oder Person delegieren. Das Schwimmen in der Nähe eines verkehrenden Kurs-Schiffs der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersee (SGV) ist nach wie vor strikte untersagt.

Öffentliche Anlage für die Bevölkerung und Gäste

Der Kurpark dient der Förderung von kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen, der Attraktivität als Tourismusgemeinde, aber selbstverständlich auch der einheimischen Bevölkerung. Die Einhaltung der Nachtruhe gilt in der Zeit von 22.00 bis 06.00 Uhr. Nur in besonderen Ausnahmefällen werden Anlässe über die Zeit von 22.00 Uhr hinaus bewilligt. Es ist Rücksicht auf andere Kurparkbenützer und Anwohner zu nehmen. Neben dem Kurpark steht nach wie vor der Brougierpark zu Aufenthalts- und Badezwecken zur Verfügung.

Nachfolgend finden Sie die Nutzungsverordnung: Nutzungsverordnung ab 01.06.2019


Latente Felssturzgefahr im Einzugsgebiet des ehemaligen Strandbads

Das Dorf Vitznau ist mitten auf der Hauptaufschiebung der alpinen Decken auf das Molasse-Vorland gelegen. Durch die tektonischen Kräfte der Gebirgsbildung sind die Gesteine der steilen Bergflanken des Vitznauer Stocks intensiv geklüftet und von einem sehr wirksamen Trennflächengefüge zerlegt. Das Gelände beim ehemaligen Strandbad ist daher felssturzgefährdet. Seit 1879 sind ein Bergsturz und mehr als ein Dutzend Felsstürze bekannt. Die Ereignislücke zwischen 1900 und 1940 könnte Folge mangelnder Dokumentation sein. Seit 1948 werden im fraglichen Gebiet sechs Schadenereignisse und die jeweils verursachten Schäden dokumentiert. Es handelt sich um folgende Ereignisse:

Felssturz am 25. Januar 1948

Der Felssturz entstand oberhalb des Strandbads. Die Kantonsstrasse wurde verschüttet. Blöcke gelangten bis zum Vierwaldstättersee.

Felssturz vom 4. März 1981

Die Felsbrocken gelangten grösstenteils auf die Kantonsstrasse Vitznau – Gersau. Ein Felsblock schlug ein Loch in das Dach des damals noch bestehenden Gebäudes des Strandbads. Ein anderer Felsbrocken sprang über eine Garage in den Garten eines Einfamilienhauses.

Felssturz im Mai 1982

Blöcke gelangten in das Gebiet Tschuepis, in welchem sich auch das Strandbad befindet.

Felssturz vom 29. März 1986

Felsbrocken gelangten bis auf die Kantonsstrasse Vitznau – Gersau oberhalb des Strandbads.

Felssturz am 31. Dezember 1986 (sog. Silvesterloch)

Am Silvester 1986 ereignete sich ein grösserer Felssturz von 1300 m3 aus einer Schrattenkalkwand oberhalb des Bannwalds. Der Bannwald wurde im Sturzraum zerstört. Einzelne Felsbrocken gelangten bis über den Chalibach. Der Chalibach trennt das Areal des Strandbads vom nördlich gelegenen Wohnquartier Tschuepis.

Felsabbruch am 25. Januar 1995

Eine Holzverbauung wurde zerstört. Schutznetze wurden beschädigt. Einzelne kleinere Blöcke gelangten auf die Kantonsstrasse Vitznau – Gersau in der Nähe des Strandbads.

Der Silvesterabsturz 1986 brachte eine Wende im Umgang mit den Naturgefahren am Vitznauer Stock. Auch nach dem Bau der beiden Schutzdämme, der Installation der Hochenergienetze und der Inbetriebnahme des Felsüberwachungssystems befindet sich das ehemalige Strandbad im roten Bereich, d.h. in der Gefahrenzone mit der höchsten Gefahrenstufe, was einem offiziellen Badeverbot gleichkommt.

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