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Rubrik: Medienmitteilungen

Seismische und geotechnische Messungen im Vierwaldstättersee

Der Schweizerische Nationalfonds finanziert ein Projekt zur Tsunami Gefahr in Schweizer Seen. Das Ziel dieses Projektes ist es, die Tsunami-relevanten Prozesse in Seen besser zu verstehen, um schliesslich auch eine bessere Gefahrenabschätzung durchzuführen. Verschiedene Teilprojekte sind geplant, welche in den Seesystemen der Schweiz

  • die Hanginstabilitäten seismologisch und geotechnisch unter dem Einfluss von Erdbeben charakterisieren,
  • die diesbezüglichen Eigenheiten der Hänge vor den grossen Flussmündungen quantifizieren,

  • die Rutschungsmechanik und die damit zusammenhängende Tsunamientstehung und -ausbreitung durch numerische und hydraulische Modelle simulieren,
  • die Spuren vergangener Tsunamis in den Sedimentarchiven der Schweizer Seeküsten identifizieren und datieren und
  • alle Erkenntnisse in einem gemeinsamen Rahmen zu einer Naturgefahrenanalyse verbinden.

Messungen in zwei Phasen

Die Messungen im Vierwaldstättersee wurden von den kantonalen Behörden bewilligt. Beteiligte Partner sind die ETH Zürich, die Universität Bern und MARUM (Zentrum für Marine Umweltwissenschaften - Forschungseinrichtung der Universität Bremen). Die Messungen erfolgen in zwei Phasen. In der ersten Phase (Phase 1: April 2018) werden Messungen mit einem OBS (OBS: Ozeanboden Seismometer) sowie die CPT Messungen durchgeführt. In der zweiten Phase (Phase 2: ab Mai 2018) werden 9 OBS eingesetzt. Diese registrieren über mehrere Tage bis mehrere Monate. Die geplanten Zeitperioden sind vorläufig, da die Messungen beispielsweise von Wind und Wetter abhängig sind.

Abbildung: Übersichtskarte des Vierwaldstättersees mit den geplanten Messstandorten u.a. St. Niklausen LU, Kehrsiten NW, Weggis/Chrütztrichter LU, Ennetbürgen NW

 

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