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Erfreuliche finanzpolitische Perspektiven der Gemeinde Vitznau


Aufgaben- und Finanzplanung 2018 bis 2024
Im Jahresrhythmus wird der Gemeindeversammlung - zusammen mit dem Budget der Gemeinde - auch die Aufgaben- und Finanzplanung präsentiert. Basis dafür bilden die letztjährige Bestandesrechnung und die finanzielle Entwicklung im laufenden Budgetjahr. Es müssen zudem Überlegungen zur Zukunftsentwicklung der Gemeinde und zu den Zukunftsplänen des Gemeinderates gemacht werden. Ebenso sind Prognosen zur Entwicklung des Steueraufkommens der wichtigsten Steuerzahler in der Gemeinde nötig.

Prognosen zur Entwicklung
Die Aufgaben- und Finanzplanung soll eine grobe Prognose zur Entwicklung der Gemeinde und der Gemeindefinanzen für die nächsten 7 Jahre aufzeigen: Welche Auswirkungen hat die Wohnbautätigkeit? Wie entwickelt sich die Zahl der Einwohner in Vitznau? Welche Investitionen der Gemeinde stehen an? Wie entwickelt sich der Aufwand in der Gemeinderechnung? Welche Steuereinnahmen erwarten wir pro Jahr? Welchen Steuerfuss werden wir festlegen können? Wie wird sich die Pro-Kopf-Verschul­dung in der Gemeinde verändern? Welche Massnahmen sind nötig, um den Finanzhaushalt der Gemeinde im Gleichgewicht zu halten?

Führungsinstrument und Orientierungshilfe
Die Antworten auf diese Fragen werden grundsätzlich aus heutiger Sicht gegeben, aber natürlich auch in Hinblick auf die mögliche Entwicklung der nächsten Jahre. Die Aufgaben- und Finanzplanung ist somit für den Gemeinderat ein Führungsinstrument und für die Bevölkerung eine Orientierungshilfe, die jährlich aktualisiert werden muss (rollende Planung).

Entwicklung Ertrag und Aufwand
Aufgrund der verfügbaren Zahlen erwartet der Gemeinderat für das Jahr 2017 einen Rechnungsabschluss, der ähnlich wie im Jahre 2016 massiv über dem budgetierten Ergebnis liegen dürfte. Dies ist sehr erfreulich, da sich damit die Nettoverschuldung der Gemeinde nochmals deutlich reduzieren wird. Hauptgrund sind einmalige Effekte bei grossen Steuerzahlern in der Gemeinde. Entsprechend wurde im Budget 2018 der ordentliche Steuerertrag wieder eher vorsichtig eingesetzt.

Steuerertrag steigt mit der Bevölkerungsentwicklung
Der im Budget 2018 eingeplante Steuerertrag dürfte deshalb auch in den nächsten Jahren realisierbar sein. Die Wirtschaftsentwicklung und die angesichts der absehbaren Bautätigkeit zu erwartende Bevölkerungsentwicklung werden in den Planungsjahren den Steuerertrag positiv beeinflussen. Entsprechend sagt die Gemeinde einen Anstieg des Gesamtertrages von 7.8 im Jahre 2018 auf 8.7 Mio. Franken im Jahre 2024 voraus.

Ablieferungen an den Kanton
Der Aufwand der Gemeinde dürfte sich in etwa analog zum Budget 2018 weiterentwickeln. Mehraufwand entsteht vor allem bei den Beiträgen an andere Gemeinden und den Kanton. Zudem werden die hohen Steuererträge des Jahres 2016 und 2017 einen Anstieg der horizontalen Abschöpfung im Finanzausgleich von 0.3 auf über 0.7 Mio. Franken bewirken. Offen sind auch noch die Auswirkungen der Entlastungspakete des Kantons auf die Gemeinden.

Im Finanzplan geht die Gemeinde für die nächsten Jahre im Durchschnitt von notwendigen Investitionen in der Höhe von rund 0.8 Mio. Franken pro Jahr aus. Darin sind allfällige spezielle Projekte für die Gemeindeentwicklung nicht eingerechnet.

Steuerfuss neu mit 1.40 Einheiten
Die Gemeinde hat für das Jahr 2017 mit einem Steuerrabatt den Steuerfuss von 1.50 auf 1.40 Einheiten gesenkt. Der Gemeinderat will diesen Steuerfuss von 1.40 Einheiten während der ganzen Finanzplanungsperiode beibehalten. Diese Strategie erfolgt auch in Absprache mit der Rechnungskommission. Wie der Finanzplan zeigt, ist dies ein realistisches Ziel.

Gesamthaft geringe Defizite
Für die Jahre 2018 bis 2024 könnten gemäss den Hochrechnungen des Finanzplanes zwar Defizite von gesamthaft fast 110'000 Franken auflaufen. Diese sind jedoch durch die aus den Rechnungsüberschüssen 2016 und 2017 erfolgten Zuweisungen an das Eigenkapital problemlos verkraftbar.

Entwicklung Nettoverschuldung
Die Nettoverschuldung der Gemeinde könnte sich bis Ende Jahr bis auf 1'500 Franken pro Einwohner zurückbilden (vor vier Jahren lag sie noch bei 6'800 Franken). Sie dürfte sich dann im Laufe der Finanzplanperiode wieder auf etwa 1'900 Franken pro Einwohner erhöhen.

Je tiefer die Nettoverschuldung pro Einwohner ist, desto mehr Spielraum erhält die Gemeinde, um in Zukunft Investitionen und Gemeindeentwicklungsprojekte finanzieren oder allenfalls den Steuerfuss längerfristig nochmals etwas senken zu können. Zusätzlichen Spielraum gibt die Donation für die Gemeindeentwicklung, die per Ende 2017 einen Saldo von 2.1 Mio. Franken aufweist und für Zukunftsprojekte der Gemeinde eingesetzt werden kann.

Erfreuliche Finanzperspektiven
Gesamthaft gesehen zeigt sich für die Gemeinde somit dank den ausserordentlich hohen Steuererträgen und der nach wie vor strikten Ausgabendisziplin aktuell und auch für die kommenden Jahre eine gute Finanzlage. Der Gemeinderat wird die tatsächliche Entwicklung der Gemeindefinanzen im Auge behalten und den Aufgaben- und Finanzplan im Sinne einer rollenden Planung nächstes Jahr wieder anpassen.

 

 

 

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