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Unerwartet hoher Rechnungsüberschuss

Die Rechnung 2016 der Einwohnergemeinde Vitznau schliesst bei einem Gesamtumsatz von 7.2 Mio. Franken mit einem Gewinn von 2.476 Millionen Franken ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von rund 110‘000 Franken. Unerwartet hohe Steuererträge haben die kühnsten Erwartungen des Gemeinderates übertroffen. Mit dem sehr guten Rechnungsabschluss sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung auf rund 2‘954 Franken (Vorjahr 4‘939 Franken). Aufgrund der stabilen Finanzlage wird der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom 29. Mai 2017 für das Jahr 2017 einen nachträglichen Steuerrabatt von einem Zehntel Steuereinheit vorschlagen.

Markant höhere Steuereinnahmen

Das Rechnungsergebnis liegt aufgrund von Sondereffekten auch weit über den Prognosen vom Herbst 2016. Der Grund liegt vor allem in den ordentlichen Steuererträgen für das Jahr 2016, welche mit 5.67 Mio. Franken 2.52 Mio. Franken über den budgetierten Werten von 3.15 Mio. Franken liegen. Ins Gewicht fallen dabei wesentlich höhere Steuererträge von juristischen Personen und von Neuzuzügern. Aber auch die Nachträge früherer Jahre liegen deutlich über dem Budget. Bei den Grundstückgewinnsteuern liegen die Mehreinnahmen bei rund 255‘000 Franken. Bei den Ausgaben liegt die Gemeinde dank einer guten Kostendisziplin auf Budgetkurs. Die ordentlichen Abschreibungen belaufen sich auf 420‘900 Franken, die Nettozahlung an den Kanton in den Finanzausgleichspool auf 17‘077 Franken. Die mittel- und langfristigen Schuldzinsen liegen im budgetierten Rahmen von 69‘000 Franken.

Weniger investiert

Die Investitionsrechnung schliesst bei Ausgaben von 625‘693 Franken und Einnahmen von 193‘550 Franken mit Nettoinvestitionen von 432‘143 Franken ab. Die Nettoinvestitionen fielen somit deutlich kleiner aus als erwartet. Budgetiert waren Nettoinvestitionen von 734‘500 Franken. Grund dafür sind einige Projekte, die noch nicht ausgeführt (z.B. Sanierung Kugelfang) oder dann kostengünstiger abgeschlossen werden konnten (Umgestaltung Riggenbachquai, ARA-Leitungssanierungen und Sanierung Leitungsnetz der Wasserversorgung).

Beträchtliche Einnahmen senken Verschuldung

Der Gemeindehaushalt präsentiert sich gesund und solid. Der Rechnungsüberschuss 2016 führt zu einer markanten Verbesserung der Finanzsituation der Gemeinde, insbesondere kann die Nettoverschuldung stark reduziert werden. Diese beträgt Ende 2016 noch 2‘956 Franken pro Einwohner und sinkt erstmals seit den Grossinvestitionen (Primarschulhaus 2013: Sanierungs- und Umbaukosten von rund 6.8 Mio. Franken, Gemeindeverwaltung 2012: Erwerb Stockwerkeigentum und Umbaukosten von rund 1.5 Mio. Franken) unter den vom Kanton verlangten Maximalwert von rund 4‘500 Franken pro Einwohner. Als weiterer Nebeneffekt der hohen Liquidität können in den nächsten Jahren Darlehen und Bankkredite schrittweise zurück bezahlt werden.

Prognose für die Rechnung 2017

Aufgrund der Rechnung 2016 zeichnet sich ab, dass auch die Rechnung 2017 auf der Einnahmenseite bei den ordentlichen Steuern wieder einiges besser als budgetiert abschliessen wird. Noch nicht eingeschätzt werden können zum heutigen Zeitpunkt die Erträge bei den Nachträgen aus früheren Jahren sowie bei den Sondersteuern.

Steuerfuss- und Gemeindeentwicklung

Entsprechend der absehbaren Entwicklung der Finanzsituation der Gemeinde besteht für die nächsten Jahre – zumindest aus heutiger Sicht – Potenzial für Steuersenkungen und für zusätzliche Ausgaben im Rahmen der Gemeindeentwicklungsprojekte. Die Gemeinde kann damit der Bevölkerung einerseits Nutzen bringen, weil sie nur so hohe Steuern einfordert, wie sie auch wirklich benötigt. Anderseits können unter Inkaufnahme einer moderaten Zusatzverschuldung auch Gemeindeentwicklungsprojekte finanziert werden, welche die Lebensqualität in Vitznau verbessern.

Prosperierende Zukunftsaussichten

Der Gemeinderat wird nach den Sommerferien 2017 den Aufgaben- und Finanzplan für die nächsten vier Jahre der neuen Ausgangslage anpassen. Basis werden die Rechnung 2016, das Budget 2017 (inkl. aktuelle Prognose) und die Planungsvorhaben des Gemeinderates bilden. Aufgrund der aktuellen Einschätzung dürften - trotz der Zusatzbelastung beim horizontalen Finanzausgleich - jährliche Überschüsse erwartet werden. Die Nettoverschuldung könnte weiter reduziert und das Eigenkapital aufgestockt werden. Zudem dürfte die Einführung von HRM2 auf das Jahr 2019 möglicherweise zu Aufwertungen führen, welche die Solidität des Finanzhaushalts bestätigen werden.

Steuerrabatt für das Jahr 2017

Der unerwartet hohe Steuerzufluss im Jahre 2016 sowie die positive Ertragsprognose für das Rechnungsjahr 2017 und für die weiteren Finanzplanjahre veranlassen den Gemeinderat, der Gemeindeversammlung vom 29. Mai 2017 einen Steuerrabatt von 1/10 Steuereinheit (rund 390'000 Franken) zu beantragen (von 1.50 auf 1.40 Einheiten Gemeindesteuer). Der bisherige Verlauf des Jahres 2017 stimmt den Gemeinderat optimistisch, dass auch für das Jahr 2018 ein reduzierter Steuerfuss von 1.40 Steuereinheiten beantragt werden kann.

Rechnung 2016

Laufende Rechnung  
Aufwand Fr. 7'212'536.09
Ertrag Fr. 9'688'891.21
Ertragsüberschuss Fr. 2'476'355.12
Investitionsrechnung  
Ausgaben Fr.    625'693.00
Einnahmen Fr.    193'550.65
Nettoinvestitionen Fr.    432'142.35
Eigenkapital (Ende 2016) Fr. 4'461'245.76 (nach Gewinnverbuchung)

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