Aktuelles

Teilrevision und Sanierung Kantonsstrasse

Die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) unterbreitet dem Gemeinderat das Dossier "Teilausbau und Sanierung der Kantonsstrasse K2b Vitznau, Abschnitt Bürglen bis Kantonsgrenze Schwyz" zur Vernehmlassung. Bauökonomische Interessen stehen volkswirtschaftlichen Interessen gegenüber, wenn es um die Frage einer Vollsperrung geht. Der Gemeinderat beantragt dem vif auf die Vollsperrung zu verzichten. Zudem soll der Kanton die Seegemeinden anlässlich einer öffentlichen Orientierung über das geplante Strassenbauvorhaben direkt informieren.

Ausgangslage

Die Kantonsstrasse K2b Vitznau, Abschnitt Bürglen bis Kantonsgrenze Schwyz befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand und genügt nicht mehr den Anforderungen. Basierend auf einer Risikobeurteilung und einem Variantenstudium erarbeitete  das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement, vertreten durch die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) ein Vorprojekt für den Ausbau der Strasse am bestehenden Ort mit neuen Kunstbauten. Aufgrund der Rückmeldungen der ersten Vernehmlassung wurde das Vorprojekt intern kritisch hinterfragt und das Kunstbautenkonzept komplett überarbeitet.

Ausbau der Strasse

Der Ausbau der Strasse durch eine Vergrösserung der Kurvenradien und -verbreiterungen verbessert die Ist-Situation. Die Anhaltesichtweiten werden durch Bankettverbreiterungen und bergseitigem Felsabtrag gewährleistet. Die Ausbildung des Banketts mit sickerfähigem Material, gemeinsam mit breiteren Banketten im Bereich kritischer Felspartien, verbessert die Verkehrssicherheit bei starkem Hangwasseraufkommen.

Fahrbahnbreite

Die minimale Fahrbahnbreite beträgt neu 7.0 m, die Gehbreite mindestens 2.6 m. Dies lässt eine spätere Freigabe des Gehweges für die Nutzung des Gehweges als kombinierter Rad-/Gehweg.

Kunstbautenkonzept

Das Kunstbautenkonzept wurde über den gesamten Projektperimeter vereinheitlicht. Das Bauwerk besteht aus - über die gesamte Fahrbahnbreite reichenden - Querträgern im Abstand von 3 m, welche 1.0 m breit und 1.3 m hoch sind. Die Querträger sind entlang des bergseitigen Fahrbahnrands mit einem Längsträger sowie über die ganze Fahrbahnbreite mit einer 0.3 m starken Platte verbunden. Bergseitig sind die Querträger in Bereichen mit grosser Auskragung im Fels eingespannt. Im Bereich der grössten Auskragung sind zehn Querträger zusätzlich auf Stahlstützen abgestützt. Die Kunstbaute ist für das Befahren durch normalen Verkehr auf der gesamten zur Verfügung stehenden Breite (Fahrbahn und Gehweg) sowie durch Ausnahmetransport Typ 2 auf der Fahrbahn ausgelegt

(Kennzahlen Ausnahmetransportrouten Typ 2:
- Lichte Höhe mind. 4.80 m
- Lichte Breite mind. 6.50 m
- Totalgew. max. 240 t
- Achslast max. 20 t).

Vorgesehene Strassensperre

Unter der Annahme einer Vollsperrung der Strasse und einem Zweischichtbetrieb wird die Bauzeit von der Dienststelle vif auf 28 Wochen geschätzt.

Mutmassliche Kosten

Die Realisierungskosten mit Landerwerb und Honoraren inklusive MWST werden auf 12.5 Millionen Franken geschätzt. Davon betragen die Baukosten knapp 9.7 Millionen Franken.

Vernehmlassungsverfahren

Der Gemeinderat hat das Vernehmlassungsdossier an der letzten Sitzung geprüft. Er wird seine Stellungnahme innert der vom Kanton geforderten Frist d.h. bis 30. Januar 2017 abgeben. Dass die Strassenstrecke im Abschnitt Bürglen bis Kantonsgrenze Schwyz saniert werden muss, steht für den Gemeinderat ausser Zweifel. Sicherheitsaspekte und die damit verbundenen Haftungsfragen zwingen den Kanton, die Kantonsstrassensanierung möglichst bald in Angriff zu nehmen.

Die Bauarbeiten können gemäss Projektleitung grundsätzlich in drei verschiedenen Bauvarianten erfolgen. Dabei stehen Bauarbeiten im Zwei- oder Drei-Schichtbetrieb zur Auswahl mit einer Vollsperrdauer entweder über das Sommerhalbjahr oder das Winterhalbjahr. Daneben steht noch eine Variante mit Unterbruch der Bauarbeiten in der Touristenhochsaison. Verschiedene Leserbriefe und Berichte sind dazu bereits in den Medien erschienen.

Der Gemeinderat fordert in seiner Stellungnahme eine einspurige Offenhaltung der wichtigen Strassenverbindung. Eine Totalsperre ist für den Gemeinderat keine Option. Die volkswirtschaftlichen Folgen bei einer Vollsperrung erachtet der Gemeinderat sowohl für die Gemeinde als auch für die betroffenen Ansprechsgruppen oder -personen als zu einschneidend (Arbeitnehmende, Pendler, Kranken- oder Notfalltransporte Richtung Schwyz oder Luzern, Tourismus, Handwerker usw.). Nicht auszudenken, wenn bei einer Totalsperre die Strasse Richtung Weggis infolge Felssturz beispielsweise beim Sparren ebenfalls geschlossen werden müsste. Weiter hat der Gemeinderat beim vif beantragt, die betroffene Bevölkerung so bald als möglich im Rahmen einer öffentlichen Orientierungsveranstaltung über die Ausgangslage und das weitere Vorgehen zu informieren.

Photorealistische-Darstellung  [PDF, 17.0 MB]

zurück - Druckversion