4.2 Hotellerie

Vor dem Bau der Rigibahn gab es nur zwei Hotels in Vitznau: das Gasthaus „Zum weissen Kreuz“ und die „Pension Pfyffer“. Das Gasthaus wurde 1685 erstellt, war ca. 300 Jahre im Besitz der Familie Zimmermann, die es 1982 verkaufte. 1988 wurde der Betrieb eingestellt, das Gebäude diente einige Zeit als Unterkunft für AsylbewerberInnen. 2000 wurde es abgebrochen und durch Wohn- und Bürogebäude ersetzt. Die Pension Pfyffer wurde 1867 eröffnet, 1892 von Josef A. Bon-Nigg übernommen und zu „Hotel & Pension du Parc“ umbenannt. 1901 – 1903 entstand das Park Hotel, später eine Strandbadanlage, Tennisplätze und ein Schwimmbad. Die eh. Pension (Dépendance) wurde 1947 umgebaut, 1985 – nach dem Erwerb durch das Ehepaar Oetker – abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Das Park-Hotel wurde 1987 – 1989 renoviert, durch ein Personalhaus ergänzt und 1992 erweitert. Die Pühringer-Gruppe, die das Hotel 2009 übernommen hat, führte einen umfangreichen Umbau durch, seit dann wird es als ganzjähriges Luxus-Suitenhotel betrieben. Ergänzt wird der Betrieb durch das Hotel Schiff (früher: Bellevue).

Durch den Bau der Rigibahn und den Aufschwung des Tourismus in Vitznau stieg die Anzahl Hotels und damit der Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bevölkerung. Damals entstanden die Hotels Rigi (1872) und Rigibahn (1873, später: Terminus, heute: Hobby Hotel Terrasse), die „Erholungsstation Schweizerischer Eisenbahner“ auf Gruebisbalm (1899-1971, heute: Ökohotel) und das Jugendstilhotel Vitznauerhof (1901, 1997 Sanierung zusammen mit Alpenrose, 2002 Umbenennung in Hotels ArabellaSheraton Vitznauerhof und Seehuus, 2010 Neueröffnung). So gab es 1913 zwei Dutzend Hotel- und Wirtschaftspatente.

Durch das Ausbleiben ausländischer Gäste während des Ersten Weltkriegs musste die Hotellerie Einbussen hinnehmen: Pensionen gingen ein, in Hotels wurden internierte deutsche Soldaten untergebracht, die Spielzeuge und Kleingegenstände herstellten. 1939 brannte das Hotel Wissifluh. 1941 eröffnete der Schweizerische Metall- und Uhrenarbeiter-Verband ihr Ferienheim (heute: Hotel FloraAlpina). Auch der Zweite Weltkrieg führte zu einer geringen Auslastung der Hotels, doch die Erholungsurlaube der GIs ab 1945 trugen zum Aufschwung des Tourismus bei.

Die Hotellandschaft veränderte sich weiter, wie sich am Beispiel der eh. Pension Handschin zeigen lässt: Dort, wo sich diese Pension befand, wurde 1979 das Apparthotel Flora neu gebaut. Nach Besitzerwechsel (mit Umbenennung in Vierwaldstättersee, dann Kingbow) befindet sich in diesem Gebäude und dem eh. Hotel Waldheim die Hotelfachschule DCT. Das Angebot der Hotels an Verpflegung und Unterkunft wird ergänzt durch Restaurants im Dorf und auf dem Berg, ein Café, Privatzimmer, Ferienwohnungen, Schlaf im Stroh und einen Campingplatz.

 

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