5.1 Arbeit

Bis ins 19. Jahrhundert boten die Landwirtschaft (Viehzucht, Milch und Alpwirtschaft, Obstanbau), der Fischfang und die Jagd die Haupteinnahmequellen für die Bevölkerung von Vitznau. Im Husenboden wuchs Hopfen, der von 1824 bis 1884 in der dorfeigenen Bierbrauerei verarbeitet wurde, und das milde Klima ermöglicht auch den Weinbau.

Da das Einkommen lange Zeit nicht ausreichte, gingen viele Personen einem Nebenerwerb nach: Männer begaben sich in fremde Dienste, ganze Familien leisteten Heimarbeit. In Vitznau war das Fäulen und Kämmen von Seide sowie das Weben verbreitet. Von 1848 bis 1873 gab es eine „Sidefüüli“ im Grabacher, in der Rohseidenabfall verarbeitet wurde. Der Verdienst war allerdings gering und die Heimarbeit verlor durch die zunehmende Mechanisierung und den aufkommenden Tourismus an Bedeutung.

Mit der Zeit entstanden auch Handwerks- und Gewerbebetriebe wie Bäckereien, Molkereien, Metzgereien, eine Kaffeerösterei, Lebensmittel- und Haushaltswarengeschäfte, Mercerie- und Papeteriegeschäfte, Sattlereien, Schuhmachereien, Schreinereien, Zimmereien, Sägereien, Mühlen, Baufirmen, Garagen, Malergeschäfte, Druckereien usw. Zuweilen existierten aus politischen Gründen jeweils zwei Betriebe, die demselben Handwerk oder Gewerbe nachgingen und entweder Kundschaft aus konservativen (CVP) oder liberalen (FDP) Kreisen hatten. 1934 bildete sich in Vitznau der Gewerbeverein.

Nach und nach breitete sich der Dienstleistungssektor aus, insbesondere im Bereich des Tourismus und der angrenzenden Betriebe. Dies macht heute mit nahezu 50 % den grössten Anteil der Arbeitsplätze in Vitznau aus. Die andere Hälfte verteilt sich v.a. auf die Bereiche Verwaltung / Bildung / Gesundheit, übrige Dienstleistungen, Landwirtschaft und Baugewerbe.

Einige Menschen, die in Vitznau arbeiten, wohnen anderswo. Ebenso arbeitet ein beträchtlicher Anteil der Vitznauer Bevölkerung auswärts und pendelt dazu insbesondere in die Kantone Luzern, Schwyz und Zug.

 

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